Derzeit herrschen in den Tuxer Alpen passable Verhältnisse für Skitouren. Der Neuschnee der letzten Tage reicht, um über Wiesen und Lichtungen tiefer gelegne Bereiche zu meistern. Weiter oben hat der Wind das seinige getan und man muss vor allem auf Steine und Triebschneeansammlungen achten. Der Gilfert war unser heutiges Tourenziel - eines, mit dem wir alles andere als unzufrieden sind.

 

Gilfert (2.506 m)

Streckendaten:
Länge: 11,83 km
Höhendifferenz: 1.280 Höhenmeter, 1.280 Tiefenmeter
Schwierigkeit: mittelschwere Skitour / Skigelände bis 35°
Charakter: Klassische Skitour

Hoehenprofil

GoogleEarth

 

Streckenverlauf:
Innerst (1.283 m) - Eggeraste (1.590 m) - Jägerhütte (1.740 m) - Sattel (2.200 m) - Gilfert (2.506 m) - Sattel (2.200 m) - Nonsalm (1.785 m) - Eggeraste (1.590 m) - Scheibenaste (1.610 m) - Mandlaste - Innerst (1.283 m).

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Blick vom Gipfel des Gilfert in das Inntal.

Beschreibung:
Was macht eigentlich Touren zu Modetouren? Im Fall des Gilfert muss man ganz bestimmt von einer Modetour sprechen – in beinahe keinem Auswahlführer wird er ausgelassen und kaum wird man an diesem Berg allein unterwegs sein. Der Berg hat seine Reize und besonders für SkitourengeherInnen einiges zu bieten. Modetouren müssen einigermaßen gut erreichbar sein sowie gutes Gelände aufweisen – sprich, es darf nicht fad sein. In beiden Belangen punktet der Gilfert. Zudem gehört er, was die Aussicht angeht, wohl zu den Besten über dem Inntal.

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Die Straße nach Weerberg. Im Bild links, die Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria.

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Noch eine Kirche - diesmal die St. Peterskirche unterhalb von Mitterweerberg.

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Blick zu den Asten von Kolsassberg.

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Der Parkplatz in Innerst ist gut gefüllt. EUR 3 kostet das Tagesticket. Der Parkplatz ist Ausgangspunkt für eine Reihe lohnender Touren.

Heute war wenig los am Gilfert. Weniger als zehn Personen erreichten vor uns den Gipfel bei herrlichem Winterwetter und einigen Zentimetern Neuschnee. Insgesamt war die heutige Tour sehr defensiv angelegt. Der Lawinenwarndienst gab Stufe 3 aus und betonte, dass vor allem frische Triebschneebereiche auf lockerem Schnee darunter sehr leicht gestört werden können. Der Gilfert lässt einem mehrere Optionen offen, und eine ist immer gegeben – die Umkehr.

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Aufstieg über Wiesen und Lichtungen im unteren Teil der Tour.

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Die Eggeraste auf 1.590 m Seehöhe. Sowohl im Aufstieg als auch bei der Abfahrt kommt man hier vorbei.

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Wunderbarer Aufstieg im Wald bei ausreichend Schnee.

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Des Jäger's Traum (1.740 m).

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Wir nähern uns der Waldgrenze. Der Blick wird frei zum Gipfel (links oben).

Von Innerst verläuft der Aufstieg erst über Wiesen und Lichtungen bis zu einem Weg. Diesem folgt man bei der derzeitigen Schneelage am besten, um weiter oben – ab Höhe der Eggeraste – wieder in freies Gelände zu wechseln. Hat man den Waldrand erreicht, steigt man über mäßig geneigte Hänge höher. Am sogenannten „Sattel“ fällt die Entscheidung für die Gipfelvariante oder eine Variante ohne Gipfel.

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Bereits oberhalb der Waldgrenze. Schöner Ausblick ins Inntal und zum Karwendel. Die Neigungen in diesem Teil des Anstiegs sind moderat.

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Blick zum gegenüberliegenden Alpköpfl (2.141 m) und - ein Tal weiter - zum Wildofen (2.553 m). Ganz hinten bläst bereits wieder der Wind am Tuxer Hauptkamm.

Will man sich die letzten, teilweise nur mit wenig Schneeauflage versehenen Höhenmeter sparen, quert man in die freien Südwest-Hänge über der Nonsalm und fährt zu dieser ab. Wer bis zum Gipfelkreuz will kann dies derzeit entlang einer gut angelegten – wenn auch steilen – Spur ohne nennenswerte Gefahr. Lediglich bei der Abfahrt gilt es Acht zu geben, um keinen Materialschaden zu erleiden und vor allem, um der Versuchung zu widerstehen, in unverspurte Triebschneebereiche zu gelangen.

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Im Mittelteil der Tour. Bereits hier kann man sich eine Linie für die Abfahrt überlegen.

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Mit zunehmender Höhe werden die Windzeichen mehr und der Schnee weniger.

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Am sogenannten "Sattel" (2.200 m). Auch von hier gelangt man in die wunderbare Abfahrt zur Nonsalm.

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Das Gelände unterhalb des Gipfels ist nur mit wenig Schnee bedeckt. Der Freiraum für frische Spuren ist schnell stark eingeschränkt. Achtung auf "Sharks"!

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Aussichtsreich.

Das Gelände oberhalb der Nonsalm ist riesig und es ist noch genügend Platz für frische Spuren. Die sonnseitig gelegene Alm ladet ein, zu sitzen und zu genießen – für einen Augenblick abzuschalten und einfach nur nichts zu tun.

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Bald ist die Nonsalm (1.785 m) erreicht.

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Nonsalm (1.785 m).

Ab der Alm folgt man kurz dem präparierten Rodelweg, kürzt dessen erste Kehre in einer Wiese ab und gelangt in einer Querfahrt (kurzes Schiebestück) zurück zur Eggeraste. Hier entweder direkt hinab nach Innerst (im Bereich der Aufstiegsspur) oder wie wir, ein Stück dem Weg entlang weiter nach Nordwesten bis zur Hausstattaste. Auch ab hier führen schöne Wiesen hinab zur Straße. An den unteren Hängen liegt nur mehr wenig Schnee, wodurch der ein oder andere Maulwurfshügel spürbar wird. Kein Grund jedoch die Ski abzuschnallen – man erreicht die Straße am Weerberg nur wenige Höhenmeter unterhalb des Ausgangspunktes.

Hinweise:
Gebührenpflichtiger Parkplatz (EUR 3). Auch das gegenüberliegende Alpköpfl schaut gut aus. Für Familien mit Kleinkindern lohnt die Rodelbahn von der Nonsalm hinab nach Innerst.

Downloads:
GPS-Track (Garmin)
GPS-Track (Google Earth)
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Text und Bilder: Matthias Knaus