27.12.2015. Immer noch liegt kein Schnee. Vielerorts in den Alpen präsentieren sich die Skigebiete aper und einige findige Betreiber öffnen zwischenzeitlich wieder die Trails in den Bikeparks. Da nun die Weihnachtsferien nicht für Freerides und Skitouren genützt werden können, greifen wir auf's Bike zurück. Staubtrockener Zustand an den Sonnseiten und toller Grip kennzeichnen die Trails derzeit. Zudem begegnet man kaum Gleichgesinnten oder Wanderern, was die Fahrten zusätzlich aufwertet. In den Bayerischen Voralpen fuhren wir unlängst eine sehr schöne Tour im Bereich zwischen Lenggries und dem Tegernsee.

 

Geierstein (1.491 m)

Streckendaten:
Länge: 28,07 km
Höhendifferenz: 1.380 Höhenmeter, 1.380 Tiefenmeter
Schwierigkeit: S2-S3
Charakter: Rundtour

 

geierstein hoehenprofil

 

geierstein google earth

 

Streckenverlauf:
Anger/Hohenburg - Weg Nr. 601 - Hirschtalsattel - Stinkergraben - Weg Nr. 604 entlang des Söllbachs bis kurz vor Erreichen der Söllbachklause - Weg Nr. 603/Söllberg - Aueralm - Neuhüttenalm - Neuhütteneck (nahegelegner Sattel) - Weg Nr. 614 - Weg Nr. 611 bis zum Geierstein - Weg Nr. 610/Griesler Berg - Lenggries - Anger/Hohenburg.

Beschreibung:
Startpunkt ist der gebührenpflichtige Parkplatz, nahe dem Schloss Hohenburg in Anger (EUR 2/Tag). Entlang des Hirschbachs aufwärts bis zum Hirschtalsattel (1.224 m). Jenseitig führt ein schöner, teilweise sumpfiger Steig durch den Stinkergraben. Bis auf wenige Einzelstellen ist die Strecke technisch einfach, insgesamt erfordert die Abfahrt jedoch Konzetration. Der Weg bietet zwei Möglichkeiten - hält man sich auf einer Höhe von ca. 1.100 m rechts, erreicht man bald einen befestigten Forstweg. Fährt man weiter links gelangt man auf teils verwachsenem Steig tiefer und erst später zum Forstweg.

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Der Beginn der Abfahrt durch den Stinkergraben.

Nach Erreichen einer Forststraße hält man sich links und fährt talauswärts, entlang des Söllbaches bis zur Abzweigung von Weg Nr. 603. Zu Beginn steil, später in angenehmer Steigung erreicht man die Aueralm, kurz darauf die Neuhüttenalm. Beide Almen sind derzeit geschlossen.

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Zwischen Aueralm und Neuhüttenalm. In Bildmitte, der Fockenstein (1.564 m).

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Neuhüttenalm (1.329 m). Der Sattel im Hintergrund ist das nächste Zwischenziel.

Von der schön gelegenen Neuhüttenalm führt ein steilerer Abschnitt auf einen Sattel knapp nördlich des Neuhüttenecks (1.408 m). Eine steile Serpentine später ist man am schönen Verbindungsweg zum Fockenstein.

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Am aussichtsreichen Verbindungsweg zum Fockenstein.

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Blick zum Zugspitz-Massiv.

Bei einem Wegweiser hält man sich links (Richtung Westen) und folgt dem Maximiliansweg hinab zu einer Forststraße. Achtung! Bereits wenige Meter unterhalb des Wegweisers führt der Steig hinab in den Wald (Markierungen sichtbar) - ein "Verhauer", mit deutlich sichtbarer Steigspur, führt weiter nach Westen. Diese Abzweigung gilt es nicht zu verpassen.

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Nur kurz folgt man diesem schönen Singletrack. Im Schatten zweigt der Weg links zum Wald hinab ab.

Im Wald über etliche Wurzelteppiche hinab und anschließend auf der erwähnten Forststraße westwärts zum Beginn eines nächsten Steigs. In interessantem Auf und Ab (ok, es ist nicht nur interessant, sondern auch anstrengend) bis zur Lichtung nördlich des Geiersteins.

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Am schön angelegten Maximiliansweg nähert man sich dem Geierstein.

Hier entweder unmittelbar weiter oder zu Fuß hinauf auf den Gipfel. Der Weg zum Geierstein ist selbst für versierte Mountainbiker nicht fahrbar. Der Abstecher zum Gipfel (ca. 20 min.) lohnt sich - oben angelangt, schöner Blick auf Lenggries und zum Brauneck. Die Abfahrt über den Weg Nr. 610 führt zu Beginn von der Lichtung unschwierig weiter nach Westen (kaum Höhenverlust).

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Unschwierig verläuft die Abfahrt im ersten Teil durch den Wald.

Ab einer nächsten Lichtung wird das Gefälle deutlich steiler und die Abfahrt anspruchsvoller. Wurzeln, ausgewaschene Passagen, kurze Steilstücke - niemals richtig schwierig, aber stets anregend (für S3-FahrerInnen) gelangt man durch den Wald tiefer. Enge Kurven bzw. Spitzkehren sind kaum zwingend zu fahren. Im untersten Abschnitt fährt man entlang des Reiterbachs, ein kurzes Stück unmittelbar am Bachgraben mit Stacheldrahtzaun zur Linken.

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Der gesamte Weg hinab nach Lenggries ist top. Abwechslungsreiche Strecke durch den Griesler Wald.

Bei Erreichen der offenen Wiesen (mit schönem Blick zum Brauneck) links halten. Ein zu Beginn unscheinbarer Wiesenweg (man traut sich kaum zu fahren) führt nach Südwesten, ins Siedlungsgebiet. Auf netten Wanderwegen, vorbei an zwei kleinen Seen gelangt man direkt zum Ausgangspunkt.

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Hier nicht geradeaus weiter, sondern links abzweigen.

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Letzter, kleiner See, kurz vor Erreichen des Ausgangspunkts.

Hinweise:
Die Tour kann am Hirschtalsattel abgekürzt werden. Dazu hält man sich am Sattel links und fährt über einen steilen, ruppigen Forstweg Richtung Norden ("Am Kögel", 1.319 m). Wenig später erreicht man die Neuhüttenalm. Auch die Besteigung des Fockenstein (1.564 m) ist schönh. Wie am Geierstein kann das Bike getrost unterhalb der letzten, felsigen Steilstufe abgestellt werden - eine Befahrung vom Gipfel ist im obersten Abschnitt nicht möglich.

Downloads:
GPS-Track (Garmin)
GPS-Track (Google Earth)
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Text und Bilder: Matthias Knaus