Zwischen den Regentagen zu Beginn des Monats fuhren wir die Sellaronda im Uhrzeigersinn. Neben der Originalstrecke des Sellaronda HERO gibt es zahlreiche Varianten.

Die Tour in Stichworten: 68,35 km, 4.908 Höhenmeter (davon etwa 4.000 mit Liften und Seilbahnen), 4.908 Tiefenmeter, S2.

Die Sellaronda freut sich vor allem im Winter großer Beliebtheit. Unzählige Skifahrer umfahren das Sellamassiv, eintägig und meist auf gekennzeichneten Pisten. Auch abseits dieser macht das großen Spaß und seit einigen Jahren können auch Mountainbiker die Runde in stilvoller Weise bewältigen. Die DolomitiSuperSummer-Card ermöglicht die Benützung aller Liftanlagen in beliebiger Reihenfolge und bietet beinahe grenzenlosen Spielraum. Der Liftpass ist für einen Tag gültig und nur mit zertifiziertem Bikeguide an den Talstationen erhältlich. Für Individuelle Gruppen ohne Bikeguide besteht die Möglichkeit, Einzeltickets an den entsprechenden Seilbahnen zu kaufen.

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Ein früher Start ist ratsam. Um 08.30 Uhr beginnen wir die Tour in Wolkenstein. Kurze Zeit später scheift der Blick zum Nebelmeer über dem Corvara-Becken. Der Col Alt ragt jenseitig empor - unser nächstes Ziel. Dazwischen führt die Strecke über neu angelegte Singletracks. Getrennt von Wanderern erreicht man in mäßiger Schwierigkeit Kolfuschg und Corvara. Die Kaffepause muss noch warten. Es empfiehlt sich morgens Gas zu geben um Reserven für die späteren Abschnitte zu gewinnen. Am Col Alt beginnt ein moderater Abschnitt über Forstwege und das schöne Plateau Pralongia bis zum Campolongo Pass. Dort angekommen bringt einen eine kurze Liftfahrt zur nächsten gebauten Teilstrecke, der Abfahrt nach Arabba.

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Spektakulär ist der Ausblick zu Marmolada mit ihrem nordseitigem Gletscher. Wir erhalten keinen vollständigen Überblick, doch immer wieder gibt der Berg einen Teil von sich preis und wir genießen die horizontale Querung am Bindelweg. Der Bindelweg ist vielen Mountainbikern ein Begriff und überzeugt uns mit erstklassiger und aussichtsreicher Fahrt. Am Passo Pordoi wollen wir nicht gleich weiter nach Canazei - zu verlockend sehen die nett gebauten Anlieger hinab zur Pont de Vauz aus. Und außerdem meldet sich der Magen - Zeit für eine Einkehr und den Verzehr regionaler Köstlichkeiten.

Die Stärkung war notwendig, denn vom Gipfel des Col di Rosc trennen uns gut 900 Tiefenmeter von Canazei. Das Gelände ist besonders im unteren Abschnitt der Abfahrt steil und der nasse Waldboden fordert Konzentration und Achtsamkeit. In Canazei angekommen überlegen wir nicht lange - es ist bereits 16.30 Uhr und wir setzen die Fahrt fort um rechtzeitig die Seilbahn zum Col Rodella zu erreichen. Bis 17.30 Uhr ist diese in Betrieb - bei Verspätung hilft nur ein Shuttle hinauf zum Sellajoch.

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Im Abendlicht und beinahe ohne jemanden zu erblicken fahren wir hinab zum Pass und treten anschließend der Forststraße entlang durch die Steinerne Stadt. Wir befinden uns nun bereits westlich des Sellastocks und bewundern die steilen Abbrüche von Sellatürmen & Co. Das Rifugio Comici hat bereits geschlossen und so machen wir uns unverzüglich an den vorletzten Anstieg des Tages. Am Ciampinoi, den Hausberg Wolkensteins, beginnt die letzte große Abfahrt. Die neu angelegte Freeridestrecke verlangt noch einmal konzentriertes Fahren. Die Strecke ist bis auf wenige Ausnahmen gut gelungen, nur leider können wir sie aufgrund der matschigen Bodenbeschaffenheit nicht zur Gänze auskosten. Nichtsdestotrotz kommen wir gut in Wolkenstein an. Zufrieden und glücklich strampeln wir die letzten Höhenmeter hinauf zurück zum Ausgangspunkt.

Wir veranstalten die Sellaronda ausschließlich für Privatgruppen nach Anfrage. Der Terminvereinbarung folgt die Festlegung der Route in Abstimmung zur Gruppe. Die Sellaronda eignet sich vorzugsweise für Mountainbiker die den Schwierigkeitsgrad S2 beherrschen. Auch für klassische Mountainbiker gibt es schöne Alternativen.

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