Durch die zunehmende Wärme und den jahreszeitlichen Wechsel im Landschaftsbild werden Mountainbiketouren wieder aktuell. Nach vielen Skitagen ist der Körper alles andere als spritzig - zyklisch werden die oft langen Aufstiege beim Skitourengehen bewältigt. Ganz im Gegenteil dazu, die Biketour: Ständige Belastungswechsel fordern Muskulatur und Kreislauf auf unterschiedliche Weise und zeigen uns, dass Kondition allein nicht ausreicht, um die Bikesaison mühelos zu starten. Das gute am Intervalltraining - dadurch wird man spitzig bzw. entwickelt man Schnellkraft - ist, dass man verhältnismäßig wenig Trainingsreize setzen muss, um seine Ziele zu erreichen. Eine schöne Rundtour, bei der gewiss gut trainiert wird und welche sich besonders jetzt im Frühling anbietet, ist die Fahrt vom Stubaital nach Innsbruck über den Stollensteig und durch die Sillschlucht.

 

Stollensteig & Sillschlucht

Streckendaten:
Länge: 38,50 km
Höhendifferenz: 990 Höhenmeter, 990 Tiefenmeter
Schwierigkeit: S2
Charakter: Rundtour

 

Hoehenprofil

Lage

Streckenverlauf:
Natters/Natterer See - Herrensteig - Mutters - Höhenweg - Außerkreith - Kreith - Stockerhof - Telfes/Kapfers - Telfes/Luimes - Gallhof - Wiesenhof - Kirchbrücke - Stollensteig - Stefansbrücke - Unterberg - Sillschlucht - Innsbruck/Wilten - Bergisel - Sonnenburgerhof - Natters - Natters/Landeskrankenhaus - Natters/Natterer See.

Beschreibung:
Warum starten wir am Natterer See? Eigentlich ist es ziemlich egal, von welchem Punkt aus man die Rundtour in Angriff nimmt. Im Bereich des Natterer Sees vermeidet man gebührenpflichtige Parkzonen (Innsbruck!) und kann bei entsprechenden Temperaturen im Anschluss an die Tour baden gehen. Zudem beginnt die Tour ab dort mit einem schönen Wegstück - dem Herrensteig. Auf ihm befindet man sich zwar im für Mountainbiker illegalen Raum, mit entsprechender Fahrweise und Freundlichkeit gegenüber den FußgängerInnen/WandererInnen werden Befahrungen jedoch toleriert. Bereits hier zu Beginn wird deutlich, wobei es bei dieser Tour geht: in vielen Wechseln - mal aufwärts, mal abwärts, manchmal auch hangparallel - wird die Strecke gemeistert. Das fordert Kondition und in entsprechenden Abschnitten die Fahrtechnik.

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Der Herrensteig verbindet den Ausgangspunkt am Natterer See mit Mutters.

Vorerst geht's jedoch gemütlich weiter. Vorbei an der Talstation der Muttereralmbahn führt eine Serie von Wegen über Außerkreith und Kreith hinauf zum Stockerhof (1.156 m). Etwas oberhalb dessen ist der höchste Punkt der Tour erreicht. Mit schönem Blick ins Stubaital, insbesondere zur Serles und ihren Trabanten, beginnt die erste Abfahrt, technisch leicht, entlang eines Forst- und Wiesenwegs. Bald ist Kapfers, ein Ortsteil von Telfes erreicht.

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Im Streckenabschnitt zwischen Stockerhof und Telfes.

Kurz folgt man der asphaltierten Dorfstraße bergab. Eine Abzweigung linkerhand und eine zweite, knapp darauf folgend, führt zum Verbindungssteig nach Luimes. An seinem Ausgang sind einige Bauernhöfe erreicht - hier bitte nicht mit Mach3 durchfahren. Ein Feldweg führt talauswärts zum nächsten, sehr unterhaltsamen Streckenabschnitt.

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Unterwegs nach Luimes.

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Standort Luimes. Über den Feldweg im Bild führt die Strecke weiter Richtung Gallhof.

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Verbindungsweg Luimes-Gallhof.

In flotter Fahrt ist bald der Gallhof erreicht. Vorsicht - dieser Abschnitt generiert hohe Geschwindigkeit. Bitte auf Gegenverkehr achten und im Hinblick auf Hindernisse (die gibt's) vorausschauend fahren. Vom Gallhof führt ein Aspahltsträßchen im Nahbereich der Ruetz wieder taleinwärts. Man erreicht eine Brücke (Nähe Ghf. Kirchbrücke) und über diese den Beginn des Stollensteigs. Es beginnt die abenteuerliche Strecke nach Innsbruck.

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Am Beginn des Stollensteigs im Stubaital.

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Nicht immer verläuft der Stollensteig so einfach.

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Am Stollensteig, kurz vor Erreichen der Europabrücke.

Die Befahrung des Stollensteigs erfordert Kraft und Konzentration. Bis auf zwei steile Rampen und einen durch einen Zaun begrenzten Spitzkehrenbereich ist alles fahrbar. Abfahrten und Anstiege wechseln sich ab - Intervalltraining vom Feinsten! Geübten FahrerInnen wird dieser Abschnitt bis zur Europabrücke viel Spaß machen. Weniger fitte BikerInnen gehen die Sache am besten ganz gemütlich an und legen den Fokus auf die landschaftlich wirklich sehr schöne Strecke. Ab einem kleinen Kraftwerk, unterhalb der Raststätte an der Europabrücke, vorbei (rechts) und über einen Forstweg geht's hinab zur Stefansbrücke in Unterberg. Die Brenner-Bundesstraße wird gerade überquert und man gelangt zur ersten Sillbrücke entlang der Strecke.

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Sillbrücke bei Unterberg.

Nach einer kurzen Tragepassage erreicht man den Bahnstation Unterberg und durch einen weiteren Anstieg das Fahrtechnik- und Trainingsgelände des ÖAMTC im Bereich des Zenzenhof. Kurz vor dem Kontakt mit der Autbahn zweigt die (stets gelb markierte) Strecke in die Sillschlucht ab. Anfangs passiert man einige Schrebergärten, später befindet man sich im letzten, fahrtechnisch und vor allem krafttechnisch sehr fordernden Abschnitt, im Bereich der Sill. Hier muss selbst der kräftigste Athlet ab und zu absteigen - das Gesamterlebnis bleibt jedoch gut. Wer bereits an der Stefansbrücke merkt, dass die Kräfte schwinden, sollte diesen Abschnitt auslassen und über die Brenner-Bundesstraße nach Innsbruck (oder direkt nach Natters) fahren. Am Ausgang der Sillschlucht wird am Brenner Basistunnel gewerkt. Die Baustelle ist auf eigene Gefahr passierbar, jedoch ist abschließendes Kraxeln (mit Bike) erforderlich, um den Ausgang nach Wilten zu meistern.

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Immer wieder fährt man scöne Abschnitte entlang der Sill.

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In wenigen Minuten ist Innsbruck erreicht.

In Wilten etweder Pause und Eis oder gleich direkt hinauf zum Bergisel. Über den neu angelegten Panoramaweg umfährt man den höchsten Punkt des Bergisel und erreicht den Sonnenburgerhof. Über straßennahe Wege und Steige gelangt man nach Natters und durch einen weiteren Anstieg zum Landeskrankenhaus Natters. Ab hier ist "Ausrollen" angesagt. Durch Wald und über die Wiesen des Eichhof retour zum Ausgangspunkt.

Hinweise:
Im Sommer ist die Befahrung des Stollensteigs aufgrund hoher Zeckenbissgefahr abzuraten. Ideal im Frühling (Weg frisch ausgeschnitten) und im Herbst. Entlang der Ruetz und der Sill kann es in den Sommermonaten sehr heiß sein. Am Ausgang der Sillschlucht gibt es schöne Plätze zum Baden und zum Grillen. Wem die letzte Auffahrt von Innsbruck nach Natters zu viel ist, kann diesen Abschnitt auch als Fahrgast der Stubaitalbahn erleben. Diese fährt übrigens bis Telfes (oder Fulpmes), wodurch die beschriebene Runde auch hervorragend mit der Bahn kombiniert werden kann.

Für weitere Touren im Stubaital empfehlen wir unser Stubai Jour Fixe.

Downloads:
GPS-Track (Garmin)
GPS-Track (Google Earth)
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Text und Bilder: Matthias Knaus