Die Kalkkögel sind ein wildes und ursprüngliches Gebirge. Das Kalkgestein ist nicht immer fest und Bohrhaken sind die Ausnahme. Erfüllt man die geforderten Ansprüche erlebt man als Alpinkletterer einzigartige und begeisternde Routen. Wer noch nie Kontakt mit dem Fels der Kalkkögel hatte, sollte sich für den Beginn ein Ziel mit moderaten Schwierigkeiten wählen. Die Ostwand der Pyramidenspitze ist dazu bestens geeignet.

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Die Pyramidenspitze mit Ostwand vom Zustieg aus gesehen.

Der Zustieg erfolgt von der Schlicker Alm (1.616 m) über den markierten Wanderweg durch die Malgrube. Auf einem markanten Rücken (Moräne, ca. 2.200 m) oder bereits etwas unterhalb zweigt man links vom Weg ab und erreicht über wegloses Gelände den Wandfuß. Im Bereich der Malgrube gibt's eine Quelle zum Auffüllen von Trinkwasser.

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Topo.

Der Einstieg befindet sich links neben einer kleinen Rinne und ist durch einen Bohrhaken gut erkennbar. Die ersten vier Seillängen führen relativ direkt nach oben. In der fünften Seillänge quert man nach rechts zur Kante und in der letzten Seillänge gelangt man von NO über Wiesengelände zum Gipfel. Anstelle nach der vierten Seillänge nach rechts zu queren ist auch ein Direktausstieg (Bohrhaken, V) möglich. Weitere Touren in der Ostwand können im Führer von Panico "Klettern in den Stubaier Alpen" (ISBN 3-926807-21-0, leider vergriffen) nachgelesen werden.

Die Tour ist ausreichend mit Bohrhaken abgesichert. Im leichten Gelände sind die Hakenabstände weit (10-15 m). Die einst klassische Tour wurde saniert, wodurch die Kletterlinie etwas von der ursprünglichen abweicht. Immer wieder sieht man alte Normalhaken, was einem zusätzlichen Spielraum oder Verwirrung bringt. Mit mobilen Sicherungsmitteln (Friends, Keile, Bandschlingen) lässt sich die Kletterei stets gut absichern. Unsere Bewertungen im Topo sind subjektiv und sollen der Überforderung vorbeugen. Ein Topo in höherer Auflösung senden wir gerne zu - bitte kontaktieren Sie uns dazu hier.

 

ZEIT FÜR DRAUSSEN kooperiert mit dem Konzern AMER SPORTS und verwendet Ausrüstung von ARC'TERYXSALOMON und SUUNTO.


Text und Bilder: Matthias Knaus